Dresdner Mutter ruft bei Versteckspiel die Polizei
In Dresden-Blasewitz hat ein Kind das Versteckspiel gegen seine Mutter gewonnen. Weil sie ihren Sohn nicht mehr finden konnte, rief sie Samstag die Polizei und suchte außerhalb der Wohnung nach ihm. Der Vater fand den 4-Jährigen schließlich im Kleiderschrank der Wohnung.
Die spanische Nationalmannschaft ist dank eines 1:0-Sieges gegen Deutschland erstmals in der Fussballgeschichte in ein WM-Finale eingezogen. Vor 60.960 Zuschauern im Durban-Stadion war es Abwehrspieler Carles Puyol (73. Minute), der den amtierenden Europameister in der Neuauflage des EM-Finales von 2008 mit seinem Kopfballtreffer jubeln ließ.
Während die DFB-Auswahl damit bereits am Samstag gegen Uruguay im "kleinen Finale" um Platz drei spielt, trifft die Furia Roja einen Tag später im WM-Endspiel auf die Niederlande. Im Soccer-City-Stadion von Johannesburg wird es damit auf jeden Fall zu einer Premiere kommen, denn sowohl die Iberer als auch die Elftal haben noch nie eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ gewonnen.
Bundestrainer Joachim Löw bot bis auf eine Änderung die siegreiche Elf des Viertelfinal-Spiels gegen Argentinien (4:1) auf. Für den gelb-gesperrten Thomas Müller rückte Piotr Trochowski in die Startformation. Ebenfalls mit einer Änderung ging die Furia Roja in das Duell. Der im Turnier bislang noch torlose Angreifer Fernando Torres musste Pedro den Vortritt lassen.
Fünf Torschüsse in Hälfte eins
Insgesamt zwölf Spieler - je sechs in beiden Teams - der heutigen Anfangself gehörten auch 2008 im EM-Finale zu den Spielern, die zu Beginn auf dem Rasen standen. Arne Friedrich, Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Philipp Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker auf deutscher Seite sowie Iker Casillas, Carles Puyol, Andres Iniesta, Xavi, Joan Capdevila und Sergio Ramos auf Seiten der Spanier.
Erstmals gefährlich wurde es in der siebten Minute, als Pedro seinen Sturmpartner Villa perfekt bediente und der spanische Top-Torjäger am glänzend parierenden Manuel Neuer scheiterte. Auch in der Folgezeit ließen die Iberer, wie erwartet, den Ball durch die eigenen Reihen laufen, immer auf der Suche nach der Lücke in der deutschen Hintermannschaft.
Beeindruckende 65:35 Prozent Ballbesitz stand für die Furia Roja bis zur 20. Minute zu Buche, allerdings sprang dabei bis auf einen Kopfball aus sieben Metern von Puyol sowie einem Pedro-Schuss wenig Zählbares heraus.
Powerplay der Spanier
Auf der Gegenseite mussten die schwarz-rot-goldenen Fans lange auf eine Möglichkeit ihres Teams warten. Nachdem die DFB-Elf bisher in drei ihrer fünf WM-Spiele früh in Führung gegangen war, dauerte es im Durban-Stadium bis zur 31. Minute, ehe der erste Schuss auf das gegnerische Gehäuse verzeichnet werden konnte. Einen 25-Meter-Knaller von Trochowski konnte Casillas zur Ecke abwehren. Es sollte bis zum Halbzeitpfiff die einzige Torchance des dreimaligen Weltmeisters bleiben.
Auch zu Beginn des zweiten Durchganges zeichnete sich das gleiche Bild ab, in dem die Südeuropäer Ball und Spiel kontrollierten, einzig die letzte Präzision fehlte. So flogen Schüsse von Xavi, Alonso bzw. Villa nur knapp am Pfosten vorbei (48./50./55.). Die Spanier erhöhten nun den Druck und ließen die eigenen Fans ein ums andere Mal aufspringen. Zuerst konnte Neuer einen 17-Meter-Schuss von Pedro entschärfen, den Abpraller spielte Iniesta quer vor das Tor, wo Villa nur einen Schritt zu spät kam (59.).
Ein Eckball bringt die Entscheidung
Einen der seltenen Entlastungsangriffe der Deutschen schloss Klose mit einem Schuss über die Querlatte ab (61.). Der eingewechselte Toni Kroos vergab in der 69. Minute die größte Möglichkeit der Deutschen, als er aus elf Metern an Casillas scheiterte. Letztendlich sollte eine Standardsituation die Entscheidung bringen. Puyol köpfte nach einem Xavi-Eckball wuchtig zur verdienten Führung der Spanier ein (73.).
Die Deutschen warfen nun alles nach vorne und ermöglichten es den Spaniern damit, zu Konterchancen zu kommen. Villa (80.) verpasste es, für die endgültige Entscheidung zu sorgen, als er alleine auf Neuer zulief und nicht rechtzeitig abschloss. Die DFB-Elf dagegen fand auch in den Schlussminuten kein Mittel gegen die gut postierte, iberische Hintermannschaft. So blieb es beim verdienten 1:0-Erfolg der Furia Roja.
Deutschland ist mit einem weiteren Paukenschlag ins Halbfinale der FIFA WM 2010™ eingezogen. Der dreimalige Weltmeister bezwang am Samstagnachmittag in Kapstadt Argentinien deutlich und auf spektakuläre Weise mit 4:0 (1:0) und trifft nun in der Runde der letzten Vier am kommenden Mittwochabend in Durban auf Europameister Spanien, der im zweiten Spiel des Tages Paraguay mit 1:0 aus dem Turnier warf.
Schon nach drei Minuten brachte Thomas Müller die Deutschen in Führung, ehe Miroslav Klose (2x) in seinem 100. Länderspiel und Arne Friedrich mit ihren Treffern nach dem Seitenwechsel den Endstand perfekt machten. Mit der bevorstehenden Halbfinalpartie werden Joachim Löws Schützlinge den Rekord absolvierter WM-Spiele von Brasilien überbieten. Angesichts des deutlichen Triumphs gegen die Gauchos muss man Deutschland zudem spätestens jetzt als einen heißen Kandidaten auf den Titel in Südafrika betrachten.
Müller schockt die Gauchos früh
Im stimmungsvollen Rund des Green-Point-Stadions legte die junge deutsche Mannschaft los wie die Feuerwehr. Angetrieben vom stets anspielbereiten Bastian Schweinsteiger drängte das Löw-Ensemble, das ebenso wie Argentinien mit der gleichen Startelf begann wie zuletzt im Achtelfinale, die Südamerikaner von der ersten Sekunde an in die Defensive und ließ keinen Zweifel aufkommen, dass man gegen Lionel Messi und Co. das Ziel verfolgt, ihnen das eigene Spiel aufzuzwingen.
Dies sollte bereits nach weniger als 180 Sekunden belohnt werden: Der Denker und Lenker von Bayern München setzte eine Freistoß-Hereingabe von der linken Seite präzise auf die Stirn seines Vereinskollegen Müller, der sich von Bewacher Nicolas Otamendi wegschlich und das Leder per Kopf zur frühen Führung ins gegnerische Netz wuchtete. Für den 20-jährigen Angreifer war es nicht nur der vierte Treffer in Südafrika, sondern er markierte zugleich das früheste Tor überhaupt bei diesem Turnier sowie den 200. deutschen Treffer in der WM-Geschichte.
Maradonas Stars wehren sich
In der Folge präsentierte sich der dreimalige Weltmeister völlig losgelöst und frei aufspielend. Schweinsteiger und Müller bildeten mit Sami Khedira, Mesut Özil und Lukas Podolski ein Kreativ-Quintett, dem es phasenweise gelang, mit schnellen Kombinationen die argentinische Defensive komplett durcheinanderzuwirbeln. Dass die Europäer nach 24 Minuten nicht schon mit zwei Toren Vorsprung führten, lag lediglich daran, dass Torjäger Klose freistehend aus zwölf Metern infolge eines feinen Müller-Querpasses deutlich über die Querlatte der Albiceleste schoss.
Die Stars von Diego Maradona brauchten eine halbe Stunde, um ins Spiel zu finden. Erst als der argentinische Coach seine Flügelspieler Maxi Rodriguez und Angel di Maria die Seiten wechseln ließ und FIFA Weltfussballer Messi sich häufiger bis an die Mittellinie zurückzog, um das Aufbauspiel der eigenen Elf zu steuern, wurden die Gauchos stärker.
Sowohl Di Maria als auch Goalgetter Gonzalo Higuain setzten sich mit zunehmender Spieldauer häufiger auf der linken Seite gegen Jerome Boateng und Arne Friedrich durch, die Flachschüsse der beiden Offensivakteure aus jeweils rund 14 Metern konnten von Deutschlands Keeper Manuel Neuer jedoch souverän pariert werden. Da Podolski auf der Gegenseite kurz vor dem Halbzeitpfiff einen Linksschuss aus rund 20 Metern knapp am Ziel vorbeisetzte, ging die Löw-Truppe nur mit einem einzigen Wehmutstropfen in die Pause: Müller sah aufgrund eines Handspiels die zweite Gelbe Karte und ist damit in der nächsten Partie gesperrt.
Klose trifft Argentinien mitten ins Herz
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Argentinien mit einem komplett anderen Gesicht. Fortan zwang man die Deutschen mit mehr Aggressivität und mit der Bereitschaft, die Eins-gegen-Eins-Situationen zu suchen, in die Verteidigung. Di Maria zog nach 50 Minuten von der rechten Seite in die Mitte, um sein Glück mit einem 25-Meter-Kracher zu versuchen, der allerdings knapp am deutschen Gehäuse vorbeiflog. Und auch in den nächsten Minuten kreierten die Südamerikaner eine gefährliche Torraumszene nach der anderen, bei der die deutsche Abwehr jedoch entweder in letzter Sekunde aufpassen konnte, oder – wie bei einem tückischen Aufsetzer von Carlos Tevez nach 62 Minuten – Neuer zur Stelle war.
Deutschland versuchte nun, mit Kontern gefährlich zu bleiben, doch Argentinien rannte in der Not der Verzweiflung bedingungslos an. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem Messi, Di Maria und Higuain im Mittelpunkt standen, ihre kurzen, wendigen Antritte aber zu selten das Abwehrbollwerk der deutschen Elitekicker durchbrechen konnten. Als die Anzeigetafel die 68. Minute anzeigte, sollte sich dies aus Sicht der Albiceleste rächen: Müller spielte im Fallen Podolski auf der linken Seite frei und der 25 Jahre alte Offensivmann des 1. FC Köln hatte alle Zeit der Welt, um mit einem perfekten Querpass den heraneilenden Klose zu bedienen, so dass die deutsche Nummer elf den Ball aus kürzester Distanz ohne Mühe über die Torlinie schieben konnte. Das 2:0 erwischte die Argentinier eiskalt.
Friedrich setzte noch einen drauf
Doch damit noch nicht genug: Nur sechs Minuten später zeigte Schweinsteiger seine ganze Extraklasse, indem er den Ball auf der linken Außenbahn annahm, mit Bestimmtheit in die Mitte zog, drei Gegenspieler stehenließ und an der Grundlinie angekommen einen Rückpass zu Friedrich spielte, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort stand, um aus drei Metern zur 3:0-Vorentscheidung einzuschießen. Für den Abwehrspieler war es der erste Treffer im 77. Länderspiel.
Der eingewechselte Toni Kroos prüfte in der Schlussphase mit einem Fernschuss noch einmal Argentiniens Keeper Sergio Romero, während dessen Gegenüber Neuer in den letzten Minuten der Partie relativ beschäftigungslos blieb. Es wirkte, als hatte man sich auf Seiten der Südamerikaner nach Friedrichs Treffer mit dem bitteren Ausscheiden abgefunden, als Klose den deutschen Fans noch einmal Grund zum Jubeln gab: Nach einem Konter über Podolski tauchte der 32-Jährige alleine vor Romero auf und schob eiskalt zum 4:0-Endstand ein.
Deutschland ist mit einem Paukenschlag ins Viertelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ eingezogen. Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw bezwang an diesem Sonntagnachmittag vor 40.510 Zuschauern im Free-State-Stadion von Mangaung/Bloemfontein die Engländer mit 4:1 und sorgte damit für die höchste Niederlage der Three Lions in der WM-Geschichte.
In einem hochklassigen und äußerst packenden Achtelfinalspiel sorgten Treffer von Miroslav Klose und Lukas Podolski sowie ein Doppelschlag von Thomas Müller binnen nur drei Minuten dafür, dass die Deutschen weiter vom Titel in Südafrika träumen dürfen. Matt Upson erzielte den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer. Löws Team trifft nun am kommenden Samstag in Kapstadt auf Argentinien.
Klose schockt die Three Lions
Der ewige Klassiker war in den Anfangsminuten vom gegenseitigem Respekt geprägt. Mesut Özil war es, dem sich nach sechs Minuten die erste Torchance bot, als er von Bastian Schweinsteiger hervorragend in Szene gesetzt wurde und freistehend aus spitzem Winkel am englischen Schlussmann David James scheiterte. Es schien, als sollte diese Aktion dem jungen deutschen Ensemble das nötige Selbstvertrauen geben, um fortan gegen die routinierteren Engländer mit durchaus ansehnlichem Kombinationsfussball das Heft in die Hand zu nehmen.
Als die Videoleinwand vor den 40.510 Zuschauern im weiten Rund die 20. Spielminute anzeigte, riss es sämtliche Deutschland-Fans von den Sitzen, während den englischen Anhängern der Schock im Gesicht stand: Torwart Manuel Neuer setzte zu einem weiten Abstoß an und schickte Miroslav Klose auf die Reise. Weil sowohl John Terry als auch Matt Upson die Flugbahn des Leders eklatant unterschätzten, tauchte der Torjäger von Bayern München, der nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder für den verletzten Cacau ins Team rückte, alleine vor James auf und hatte keine Mühe, zur Führung einzuschieben.
Podolski erhöht – Antwort von Upson
Fortan waren die Three Lions bemüht, die Defensive des dreimaligen Welt-Titelträgers intensiver zu beschäftigen. Dies gelang ihnen jedoch nur durch Einzelaktionen, die darin resultierten, dass verzweifelte Schussversuche von Wayne Rooney und Gareth Barry das Ziel deutlich verfehlten. Aufgrund der deutlich höheren Effizienz und Präzision im eigenen Angriffsspiel waren es auch weiterhin die Deutschen, die die klareren Torchancen hatten. Nach 31 Minuten scheiterte der überragende Klose nach einem feinen Pass von Thomas Müller noch an James, doch eine Minute später machte es Lukas Podolski besser, als er auch von Müller mit einem Querpass bedient wurde, den Ball annahm und ebenso eiskalt wie trocken zum 2:0 einschoss.
Im Wissen, mit dem Rücken zur Wand zu stehen, reagierten die Engländer. Zunächst verpasste es Frank Lampard, nach einer flachen Hereingabe von James Milner das Spielgerät aus kurzer Distanz an Neuer vorbei über die Torlinie zu bugsieren, doch dann sollte Innenverteidiger Upson seinen Fehler bei Kloses 0:1 wieder gut machen, als er in der 37. Minute infolge einer Flanke von Steven Gerrard höher als die gesamte deutsche Abwehr sprang und wuchtig zum Anschlusstreffer einköpfte. Die englischen Hoffnungen auf einen Sieg gegen den Erzrivalen waren plötzlich wieder allgegenwärtig.
Mit purer Entschlossenheit kamen die Schützlinge von Fabio Capello aus der Halbzeitpause zurück. Zunächst versuchten die plötzlich deutlich präsenteren Gerrard und Lampard ihr Glück erfolglos mit Distanzschüssen, ehe der Mittelfeldmann des FC Chelsea einen fulminanten 28-Meter-Freistoß an die Querlatte des Gehäuses von Neuer setzte. Und wenig später rettete der junge Torhüter von Schalke 04 gegen den heranstürmenden Jermain Defoe in letzter Sekunde.
Müllers ganz persönlicher Gala-Auftritt
England war dem Ausgleich nun näher als Deutschland seinem dritten Tor, aber die Akteure von Joachim Löw ließen sich nicht einschüchtern. Stattdessen blieben sie ihrer Linie, mit schnellem Kurzpassspiel zum Torabschluss zu kommen, treu. Müller und Schweinsteiger hätten aus aussichtsreichen Positionen mit Schüssen rund um die Strafraumgrenze treffen können, verfehlten das Ziel in der 58. und 62. Minute aber jeweils um wenige Zentimeter.
Für den 20 Jahre alten Müller sollten die wohl faszinierendsten Momente seiner noch jungen Karriere kurz darauf Realität sein. 67 Minuten waren gespielt, als er selbst einen Konter einleitete, das Leder dann an seinen Vereinskollegen Schweinsteiger weiterspielte, zum Spurt über das halbe Feld ansetzte und schließlich kurz vor der gegnerischen Strafraumgrenze wieder angespielt wurde, um James keine Chance zu lassen.
Müllers Torhunger war daraufhin jedoch noch nicht gestillt: In der 70. Minute gewann Mesut Özil auf dem linken Flügel in phänomenaler Manier ein Laufduell gegen Gareth Barry und spielte den Ball per Querpass genau in den Fuß der neuen deutschen Nummer 13, die keine Mühe hatte, zum 4:1-Endstand einzuschieben. Für Müller war dieser Doppelpack binnen drei Minuten der Schritt an die Spitze der Scorer-Wertung (drei Tore, drei Assists) bei dieser WM.
In der Schlussphase konnte England keinen entscheidenden Druck mehr erzeugen, so dass die Capello-Schützlinge enttäuscht den Heimflug antreten müssen. Deutschland hat mit diesem eindrucksvollen Sieg seine Rolle als Titel-Mitfavorit unterstrichen.
Nach einem höchst spannenden und teilweise dramatischen Duell gegen Ghana ist die deutsche Nationalmannschaft ins Achtelfinale der FIFA WM 2010™ eingezogen. Mesut Özil (60.) sorgte im Soccer-City-Stadion von Johannesburg für den 1:0-Erfolg der DFB-Auswahl gegen die Black Stars, womit der dreimalige Weltmeister die Gruppe D gewann. Auch Ghana löste trotz der Niederlage das Ticket für die Runde der letzten 16.
Bundestrainer Joachim Löw nahm im Gegensatz zu den beiden vorherigen Spielen der Gruppe D zwei Änderungen vor. Während Cacau für den Gelb-Rot-gesperrten Miroslav Klose ins Sturmzentrum rückte, kam Jerome Boateng, der damit das Bruderduell mit Kevin-Prince perfekt machte, zu seinem ersten WM-Einsatz. Für den Außenverteidiger musste Holger Badstuber auf die Bank. Überraschend: Anstatt Boateng auf dessen angestammter rechter Seite zu bringen, verteidigte der 21-Jährige auf der für ihn ungewohnten linken Seite. Bei den Black Stars kehrte Kapitän John Mensah für Lee Addy in die Startformation zurück.
Die Afrikaner kamen gleich nach wenigen Sekunden vor das gegnerische Tor, aber der Schuss von Andre Ayew ging weit am linken Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite prüfte Cacau Schlussmann Richard Kingson vom rechten Strafraumeck (3.) aus.
Torchancen beinahe im Minutentakt
Angesichts der Ausgangslage, dass nur ein Sieg der DFB-Elf das Achtelfinale sicher beschert hätte, versuchten es die Europäer immer wieder, mit schnellen Pässen in die Mitte zum Abschluss zu kommen. Ein solcher Angriff hätte in der achten Minute beinahe die Führung gebracht, als Podolski auf der linken Seite durch war und seine Flanke beinahe von Abwehrspieler John Pantsil ins eigene Tor gelenkt worden wäre.
Aber auch die Afrikaner forcierten in der Folgezeit ihre Offensivbemühungen. Asamoah Gyan tauchte nach einer Kombination über den linken Flügel frei vor dem deutschen Tor auf, wo Bastian Schweinsteiger gerade noch rechtzeitig klären konnte (15.). Beinahe im Minutentakt wog das Spielgeschehen nun hin und her. Zunächst scheiterte Gyan an Neuer (25.), dann blieb Ghanas Torhüter Kingson (26.) in einer 1:1-Situation gegen Özil Sieger und im erneuten Gegenzug rettete Lahm nach einem Gyan-Kopfball auf der Linie (27.). Weitere Möglichkeiten bis zum Halbzeitpfiff durch Cacau (31.), Khedira (36.) und Schweinsteiger (42.) auf der einen sowie Boateng (33.) und Prince Tagoe (45.) auf der anderen Seite blieben ungenutzt.
Özi lässt Deutschland jubeln
Auch die zweiten Halbzeit bot den 83.391 Zuschauern im Soccer-City-Stadion kaum Zeit zum Verschnaufen. Nachdem ein Distanzschuss von Podolski noch weit über das Tor ging, hätte Kwadwi Asamoah die Führung für die Black Stars erzielen müssen. Alleine vor Neuer brachte der Mittelfeldspieler den Ball nicht am deutschen Schlussmann vorbei (52.).
Nur acht Minuten nach der größten Chance der Afrikaner brachte Özil den Vize-Europameister in Front. Der Mittelfeldstratege nahm das runde Leder 17 Meter vor dem Tor an und schoss mit links in die Maschen. In den Jubel der deutschen Fans köpfte Tagoe aus drei Metern ans Außennetz. Kurz darauf konnte Lahm einen Ayew-Schuss in höchster Not zur Ecke abblocken.
In der Schlussphase brachte Löw mit Marcell Jansen, Toni Kroos und Piotr Trochowski drei frische Kräfte, um den Vorsprung sicher über die Zeit zu bringen. Allerdings schafften es die Ghanaer auch kaum noch, vor dem gegnerischen Tor aufzutauchen. Die DFB-Elf dagegen blieb durch einige Konterversuche stets gefährlich. Letztendlich blieb es beim 1:0-Erfolg der Europäer, der beiden Kontrahenten den Achtelfinaleinzug bescherte. Die Black Stars profitierten dabei von der 1:2-Niederlage der Serben gegen Australien im zweiten Spiel des Abends.
Im Achtelfinale trifft damit Gruppensieger Deutschland am Sonntag um 16:00 Uhr in Mangaung/Bloemfontein auf England, einen Tag zuvor um 20:30 Uhr muss sich Ghana in Pretoria mit den USA messen.
Deutschland hat bei der FIFA WM 2010 einen Tiefschlag erlitten. Nach einem atemberaubenden Turnierauftakt folgte an diesem Freitagnachmittag in Port Elizabeth eine knappe Niederlage gegen Serbien.
Deutschland hat einen Traumstart in die FIFA WM 2010 erwischt! Der dreimalige Weltmeister bezwang Australien an diesem Sonntagabend vor 62.260 Zuschauern in Durban souverän mit 4:0 und untermauerte damit seine Favoritenstellung in der Gruppe D. Lukas Podolski und Miroslav Klose sorgten mit ihren Treffern bereits in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse, ehe Thomas Müller und der eingewechselte Cacau nachlegten.
"Aktiv" wolle man das Auftaktspiel dieses Turniers bestreiten, erklärte Joachim Löw vor der Partie. Folglich entschied sich der Bundestrainer für ein 4-5-1-System, indem Podolski, Mesut Özil und Müller als offensives Mittelfeldtrio für kreative Momente sorgen sollten. Als einzige echte Spitze durfte Klose von Beginn an ran. Unterdessen setzte der australische Coach Pim Verbeek auf Routine: In seiner Startelf standen acht Akteure, die bereits beim Auftaktspiel der WM-Endrunde vor vier Jahren zum Einsatz kamen.
"Poldi" schockt Australien früh
Das junge deutsche Ensemble begann nervös und wäre nach drei Minuten fast in Rückstand geraten, als infolge eines Eckballs erst ein Kopfball von Tim Cahill und dann auch noch ein Volley von Richard Garcia in letzter Sekunde geblockt wurden. Dann kam Deutschlands Offensivmotor jedoch auf Touren, und wie. Erst tauchte Klose im gegnerischen Strafraum auf und scheiterte aus 14 Metern an Keeper Mark Schwarzer, dann setzte Özil mustergültig Müller in Szene, der auf rechts die Übersicht behielt und den im Rücken der Abwehr heranstürmenden Podolski bediente: Der Kölner setzte aus vollem Lauf zum Linksschuss an und wuchtete das Leder ins Tornetz der Aussies (7.).
Der Schock saß beim Verbeek-Team tief. Während die Auswahl des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) fortan die Partie kontrollierte, dauerte es bis zur 20. Minute, ehe die zu statisch wirkenden Australier durch einen Kopfball von Jason Culina sowie einen Garcia-Schuss von der Strafraumgrenze wieder auf sich aufmerksam machten - in beiden Fällen segelte der Ball aber deutlich über die deutsche Querlatte. Löws Schützlinge sorgten dagegen immer wieder über die Flügel für Gefahr: Erst flog eine flache Müller-Hereingabe von rechts an Freund und Feind vorbei, dann verpasste Klose infolge eines präzisen Podolski-Zuspiels von links freistehend.
Klose meldet sich eindrucksvoll zurück
Doch der Gewinner des Goldenen Schuhs von adidas bei der letzten WM brauchte nicht lange mit sich selbst zu hadern: 26 Minuten waren gespielt, als Klose bei einer überraschenden Flanke von Lahm aus dem Halbfeld höher als Schlussmann Schwarzer sprang und aus acht Metern zum 2:0 einköpfte. Einmal mehr bewies der Mann, der im Dress von Bayern München eine frustrierende Saison erlebte, dass er es immer wieder auf erstaunliche Weise schafft, bei großen internationalen Turnieren auf die Sekunde genau topfit und äußerst gefährlich zu sein.
Im zweiten Spielabschnitt zog sich die DFB-Elf zunächst ein Stück zurück und ließ die Australier anrennen. Der eingewechselte Brett Holman fasste sich nach 51 Minuten ein Herz und schoss aus 18 Metern auf das Gehäuse von Manuel Neuer, der Ball verfehlte aber einmal mehr sein Ziel. Als Routinier Tim Cahill nach einem überflüssigen Foul gegen Bastian Schweinsteiger in der 56. Minute die Rote Karte sah, war es mit den wütenden Offensivbemühungen der Aussies aber auch schon wieder vorbei. In Überzahl kombinierte Deutschland nun nach Belieben und hätte durch Müller, Özil und Klose gleich mehrfach erhöhen können - alle drei vergaben jedoch aus aussichtsreichen Situation überhastet oder scheiterten an Schwarzer.
Müller und Cacau erhöhen
Nach 68 Minuten hatten die deutschen Fans dann aber wieder Grund zum Jubeln. Podolski drängte von links in die Mitte und bediente Müller, der an der Strafraumgrenze erst Scott Chipperfield aussteigen ließ, um dann überlegt ins linke Eck zu schießen. Und die Party sollte aus deutscher Sicht weitergehen, denn nur 120 Sekunden später traf der kurz zuvor ins Spiel gekommene Cacau mit seiner ersten Ballberührung nach einem Özil-Querpass zum 4:0-Endstand.
Am kommenden Freitag kann Deutschland in Port Elizabeth gegen Serbien mit einem weiteren Sieg bereits das Achtelfinalticket lösen. Unterdessen stehen die Australier einen Tag später in Rustenburg gegen Ghana bereits mächtig unter Druck.
Bundespräsident Horst Köhler hat in einem historisch einmaligen Schritt seinen Rücktritt erklärt. Hintergrund sind umstrittene Äußerungen des Staatsoberhaupts über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan.
Die Unterstellung, er habe einen grundgesetzwidrigen Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung von Wirtschaftsinteressen befürwortet, entbehre jeder Rechtfertigung, sagte Köhler am Montag in Berlin. Das lasse den notwendigen Respekt vor dem höchsten Staatsamt vermissen.
Köhler sagte, er habe Bundesratspräsident Jens Böhrnsen (SPD) über seinen Schritt informiert. Böhrnsen übernimmt vorübergehend die Amtsgeschäfte.
Köhler hatte Auslandseinsätze der Bundeswehr auch mit der Wahrung deutscher Wirtschaftsinteressen begründet und damit eine heftige Debatte ausgelöst. Später ließ er seine Äußerungen präzisieren. Ein Sprecher sagte in der vergangenen Woche, die Afghanistan-Mission sei nicht gemeint gewesen.
Lena Meyer-Landrut hat den Eurovision Song Contest gewonnen. 28 Jahre nach dem Sieg von Nicole mit "Ein bißchen Frieden" hat wieder eine junge Sängerin für Deutschland den Grand Prix geholt. Die 19-jährige Lena aus Hannover lag am Samstagabend mit ihrem Song "Satellite" sehr deutlich vor der Konkurrenz. Mit 246 Punkten gewann Deutschland vor der Türkei (170 Punkte) und Rumänien (162). Damit findet der 56. Eurovision Song Contest im Jahr 2011 in Deutschland statt.
Schon vor dem Ende der dreistündigen Show, als noch sechs Länderwertungen ausstanden, war sie uneinholbar vorn gewesen. Die Höchstwertung zwölf Punkte - "twelve points" - für Lena gab es aus Dänemark, Estland, Finnland, Spanien, der Slowakei, Lettland, Norwegen, der Schweiz und Schweden. Von 38 Konkurrenzländern gaben nur fünf keine Punkte für Lena, aus allen anderen Nationen kamen aber Zähler für die 19-Jährige.
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